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Jugendmedienschutz

Der Jugendschutz begrenzt in Artikel 5 GG ausdrücklich das Recht der freien Meinungsäußerung, das Recht der Information und die Pressefreiheit. Das Jugendschutzgesetz beschränkt die Angebotsmöglichkeit und Werbemöglichkeit für Objekte, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, Bonn, indiziert wurden oder die offensichtlich schwer jugendgefährdend sind.

Die Bundesprüfstelle wird in der Regel auf Antrag tätig.

Titel mit jugendgefährdendem Inhalt werden auch als vertriebsbeschränkte Objekte bezeichnet. Sie dürfen in Verkaufsräumen, die für Jugendliche zugänglich sind, nicht ausgestellt und nur an Erwachsene verkauft werden. Im regulären Pressehandel werden sie nur „unter dem Ladentisch“ angeboten.

Wird ein Titel im freien Verkauf als jugendgefährdend eingestuft, kommt er aus den sogenannten Index. Wurden von einem periodischen Titel innerhalb von 12 Monaten mehr als zwei Ausgaben indiziert, kann er für drei bis 12 Monate auf den Index kommen und darf in dieser Zeit nicht frei vertrieben werden. Bei einem Verstoß kann nicht nur der Verleger sondern auch der Handel zur Verantwortung gezogen werden.

Schriften, die Gewaltverherrlichung nach § 131 StGB oder so genannte harte Pornographie nach § 184 III beinhalten, unterliegen einem generellen Vertriebsverbot und werden vom Pressehandel nicht vertrieben. Diese Schriften dürfen auch nicht beworben werden.

Mit der Ausbreitung elektronischer Datenträger im Pressevertrieb – wie Disketten, CDROMs oder DVDs – wurde die Frage des Jugendmedienschutzes auch auf diese Produkteausgedehnt und umfasst damit alle im Gesetz so genannten Trägermedien. Verlage, Grosso, Bahnhofsbuchhandel und Einzelhandel gründeten 1995 die „Freiwillige Selbstkontrolle im Pressevertrieb“, kurz DT-Control genannt, die auf Antrag den Inhalt entsprechender Medien vor dem Angebot am Markt auf die Vereinbarkeit mit den Jugendschutzbestimmungen überprüft. Dies gilt seit dem 01.04.2003 insbesondere auch für Fragen der Alterskennzeichnung sowie der Jugendbeeinträchtigung im Sinne von § 12 Abs. 5 Jugendschutzgesetz. Die Altersvorgaben für Disketten, CD-ROMs, DVDs und Videos sind auch zu beachten, wenn die Datenträger als Beigaben im Verbund mit Zeitungen oder Zeitschriften auftreten. Die Altersfreigabebeschränkung gilt auch für Computerspiele. Bei Vollversionen eines PC-Spiels oder Spielfilms müssen der Bildträger und die Hülle deutlich auf die Altersbeschränkung hinweisen. Diese sogenannten „Alterskohorten“ für Vollversionen werden von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) bzw. der Unterhaltungsindustrie (USK) vergeben.
Beigaben mit Demoversionen von PC-Spielen oder Spielfilmen sind nur zulässig, wenn der Bildträger vom Anbieter mit einem Hinweis versehen ist, der deutlich macht, dass eine Organisation der Freiwilligen Selbstkontrolle festgestellt hat, dass diese Auszüge keine Jugendbeeinträchtigungen enthalten. Groß- und Einzelhandel sind gehalten, nur geprüfte Datenträger in den Vertrieb aufzunehmen, um sich vor Strafverfahren und Beschlagnahmungen zu sichern.


Auszüge aus dem VDZ Vertriebslexikon
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